Rennbericht vom 4. VLN Rennen (37. Adenauer ADAC Rundstrecken - Trophy)
Freitag: Während der Einstellfahrt laufen beide Fahrzeuge problemlos. Die neuen Bauteile bewähren sich und die Fahrer haben ein gutes Gefühl für die Fahrzeuge. Der Regen kommt unseren Quattros natürlich sehr entgegen, besonders vom Fahrverhalten des Avants schwärmen die Fahrer. Hier zeigt sich der Vorteil in der mittlerweile bekannten Abstimmung des Rennwagens. Die Wetterbedingungen schwanken so stark, dass alle Reifen (Slicks, Intermed und Regen) zum Einsatz kommen.
Samstag:
Nachdem wir mit der Limo die technische Abnahme gemacht haben, kann es losgehen.
Die Qualifikation läuft gut. Wir starten von den Plätzen 29 und 34. Vor der Einführungsrunde ist
klar, dass es ein „Wet-Race“ geben wird und wir wechseln noch schnell auf
Regenreifen. Bereits nach der ersten Runde kommt unser Start-Fahrer Timo
Schupp in die Box. Sichtprobleme! Als er reinkommt, kann man
nicht
mehr in das Innere des Wagens schauen. Im Fahrzeug ist so warm wie in einer
Sauna, und genauso feucht! Deshalb kondensiert das Wasser sofort und schlägt
sich an den kalten Scheiben nieder. Andere Teams öffnen die Fenster etwas, aber
die Limo hat Kunststoffscheiben – verschraubt! Eine Behandlung mit Anti-Beschlag
hilft wenig, weiterhin Sichtprobleme. Beide Autos bekommen einen Fensterwischer
auf der Beifahrerseite installiert, damit sie zwischendurch schnell ein Guckloch
freimachen können. Durch die Sichtprobleme und den Boxenstopp fällt der Avant
bis ins letzte Drittel des Feldes zurück. Die ganze Zeit regnet es und unsere
Fahrer kämpfen sich langsam wieder nach vorne. Die regulären Boxenstopps
verlaufen ohne Probleme, beide Rennwagen können ohne Reifenwechsel abgefertigt
werden.
Als es dann aufhört zu regnen und die Sicht besser wird, merkt man es schlagartig an den Platzierungen, denn beide Fahrzeuge stoßen jetzt unaufhaltsam wieder nach vorne. Die Strecke beginnt langsam abzutrocknen. Einige Teams wechseln auf Intermeds, eine Runde später bereits auf Slicks. Wir entscheiden uns weiter für Regenreifen. Obwohl die Fahrer wechseln wollen, pokert Dieter. Dazu die Information vom Streckensprecher, dass es gegen 15.00 Uhr wieder regnen soll. Blick auf die Uhr: 14.26 Uhr. Wagen wir es weiterhin auf den Regenreifen? Mittlerweile kommen alle Teams rein, um auf Slicks zu wechseln, was uns zusätzlich nach vorne bringt. Kein Tropfen fällt vom Himmel. Dieter beschließt, die Reifen doch zu wechseln und gibt den Fahrern das o.k. zum Boxenstopp. Doch da passiert es! Kleine Tropfen fallen auf den Asphalt vor der Box. Doch nicht ausreichend um die bereits stark strapazierten Regenreifen zu kühlen. Welche Reifen?? Doch plötzlich fällt die Entscheidung leicht, denn es beginnt auf einmal zu regnen als ob die Welt untergehen würde.
Als längst feststeht, dass beide
Fahrzeuge in die Box kommen schaltet die Ampel auf rot. Rennabbruch. Der heftige
Regen und mehrere Unfälle zwingt die Rennleitung zum Abbruch. Zum Zeitpunkt des
Abbruchs liegen unsere Fahrzeuge auf den Plätzen 11 und 34. Die Reifen sind
total abgenutzt. An der Vorderachse suchen wir vergeblich nach dem ehemaligen
Profil. Wir nutzen also die Zeit während des Rennabbruchs, um die Reifen zu
wechseln - natürlich gibt es einen frischen Satz Regenreifen für beide
Rennwagen. Gegen 15.00 Uhr kommt dann die Durchsage vom Streckensprecher: „160
Minuten müssen gefahren werden, damit das Rennen gewertet wird. 162 Minuten sind
es bereits. Die letzte Zieldurchfahrt gibt die Siegplätze an.“
Ein historischer Tag für Götz-Motorsport. Wir werden mit der Limo elfter in der Gesamtwertung und erster in der Klasse. Der Avant schafft es auf Platz 34 und ist damit dritter in seiner Klasse. Dieter, der Regenmann, hat es geschafft. Dieser Erfolg kann wohl zu einem großen Teil ihm zugeordnet werden. Mit Platz 11 erreichen wir die beste Platzierung in 2006 und sind sogleich bestes Fahrzeug auf Pirelli. Wichtig war auch, dass beide Fahrzeuge unbeschadet ins Ziel gekommen sind. Somit hat die Limo ihr Potenzial bis zum Ende zeigen können. Auch die Aufholjagd unserer Fahrer ist ein toller Erfolg.
Es hat sich gezeigt: Quattro und Regen gehören einfach zusammen. Nun werden wir noch die letzten kleinen Arbeiten erledigen und unsere Fahrzeuge für das 24h-Rennen fit machen.
Bis zum nächsten Rennen, euer Team von Götz-Motorsport
Endresultat: 209 Gesamtstarter, Platz 1 mit der Limousine (Gesamt: 11) und Platz 3 mit dem Avant in Gruppe SP8 (Gesamt: 34 )