Rennbericht vom 24h  Rennen Nürburgring

Hallo liebe Fans von Götz-Motorsport!

Hier endlich unser Bericht von unseren Erlebnissen beim 24h-Rennen auf der Nordschleife 2007.

Bereits am Dienstag angereist, bot sich für Dieter Götz und seine Mannen ein Bild der Verwüstung. Im Schatten der Nürburg lag eine gut sortierte Müllkippe fein säuberlich über das gesamte Gelände des Nürburgrings von den Zuschauern von „Rock am Ring“ verteilt. Zudem streifte ein untrüglicher Geruch durch die Luft, der darauf hindeutete, dass die Freiluftklos nicht allzu weit entfernt gewesen sein konnten. All dem zum Trotz begannen wir zusammen mit den Jungs von Land Motorsport unsere Box vorzubereiten. Wie jedes Jahr legten wir unseren Teil zusammen mit Land mit einem Teppich aus, um das Arbeiten an den Rennwagen etwas angenehmer zu gestalten. Außerdem sollte es unser Baby etwas bequem haben. Schließlich stand uns ein anstrengendes Wochenende bevor.

Der Mittwoch fing dann sehr gelassen an. Abends fuhren wir im Korso, das Highlight schlechthin für die Fans an der Strecke, mit. Das Team fuhr ebenfalls in einem Bus im Korso mit und genoss die atemberaubende Nordschleife zusammen mit ihren unvergleichlichen Fans und der unglaublich guten Stimmung. Das gleiche Bild bot sich auch am Donnerstag bei den Adenauer Racing Days. Viele gutgelaunte Fans und wir wieder mittendrin. Mittlerweile waren auch die letzten Mechaniker von Götz an der Nürburg angekommen und genossen die tolle Atmosphäre.

Am Freitag hieß es dann langsam loszulegen. Pünktlich um 9.50 Uhr wurde die Boxenausfahrt zum 1. Zeittraining freigegeben. Der Quattro zeigte sofort seine Wirkung und Chris katapultierte sich wie am Gummiband gezogen aus der Boxenausfahrt. Diese eine Runde, auf der wir dann fast komplett freie Fahrt hatten, schaffte Chris eine 9:56.492 und wir konnten am Ende des 1. Trainings den 35. Platz verbuchen.

Mit dem Wissen, dass es auch schneller geht bereiteten wir den Wagen dann für das 2. Zeittraining um 19.30 Uhr vor. Trotz vieler Gelbphasen und enorm viel Verkehr scheuchten die Fahrer den schwarzen Koffer in 9:52.901 um den Ring. Diese kleine Verbesserung brachte uns jedoch nur noch auf den 49. Platz, von dem aus wir nun auch am Samstag ins Rennen gehen mussten. Kurz vor Ende des Trainings hatten wir dann unser Pflichtprogramm abgespult und konnten noch einen abschließenden Check am Audi durchführen.

 

Samstag früh, 8.00 Uhr. Relativ ausgeschlafen machen sich die Mitglieder des Götz-Motorsport Teams mit einem kräftigen Frühstück daran, die 24h vom Nürburgring zu bewältigen. Ein ausgedehnter Rundumcheck des Wagens ließ uns noch einmal feststellen, dass wir unser schwarzes Rückspiegelmonster dieses Jahr so gut vorbereitet hatten wie nie zuvor. Ab 12.45 Uhr kam der Stein langsam ins Rollen. Wir schoben unseren Audi vor die Box in die Sonne und genossen den Anblick des Wagens, wie er mit seinem schwarzen Lack in der Sonne glänzte und den Anschein erweckte, als ob er einem einen frechen, zum Angriff lockenden Blick zuwerfen würde. Wie immer fanden die Fans gefallen an dem sorgfältig aufgebauten Audi. Gerne schauten wir zu wie unsere Arbeit unzähliger Stunden von den Fans mit staunenden und ehrfürchtigen Blicken belohnt wurde. Alle zusammen, und gut vorbereitet auf einen eventuellen Räderwechsel noch vor dem Start, machten wir uns dann pünktlich auf den Weg zu unserem Startplatz .Wir bewunderten den Rummel, der um manch anderes Fahrzeug gemacht wurde, bei denen nicht immer nur der Lack blitzte. Kurz vor Beginn der Einführungsrunde erreichten uns dann auch schon die Wettermeldungen. Wolkenbruch in Wehrseifen! Wursti – das hauseigene Wetterorakel von Götz-Motorsport – grinste nur verlegen und meinte: „Das habe ich euch doch schon heute morgen beim Frühstück gesagt.“ Quattrowetter! Die ideale Möglichkeit für unseren Stammfahrer Chris den Wagen gleich zu Beginn nach vorne zu puschen und zu zeigen, wo wir nach dem Training eigentlich stehen wollten. Knappe zwei Stunden nach eigentlichem Rennbeginn und unzählige Liter Regenwasser später ging es dann auch endlich los. Chris gab alles und schon zum ersten Stopp kamen wir auf Platz 32 liegend an die Box. Der Wechsel auf Slicks aufgrund der abgetrockneten Strecke war schnell vollzogen und Sven zeigte, dass der Quattro auch im Trockenen ordentlich anschiebt. Alles lief wie am Schnürchen. Die Meldung von Sven, dass er hinten links getroffen wurde, erhöhte zwar unsere Aufmerksamkeit, aber eine sorgfältige Sichtkontrolle des zuständigen Mechanikers gab die Entwarnung und wir konnten ohne Verzögerung weiterfahren. Dirk übernahm das Steuer und war ebenfalls sehr gut unterwegs. Leider hatten wir hier die erste kleine Defekthexe im Motorraum enttarnt. Das Generatorkabel war ab und Dirk bekam über die gelbe Warnleuchte im Cockpit die Info, dass die Batterie keinen Ladestrom mehr bekommt. Geistesgegenwärtig überprüfte er noch alle anderen Werte über das Display im Cockpit und steuerte sofort die Box an. Hier konnten wir das Problem schnell beheben und Chris mit neuen Rädern wieder auf die (Rund)Reise schicken. Mit Zeiten konstant unter 10 Minuten arbeiteten wir und bis zum Abend auf den 25. Platz vor. Als Sven wieder im Auto saß, zeigte uns der Bildschirm wie wir uns langsam nach vorne durchkämpften. Frohen Mutes und mit dem Blick auf unsere Kontrahenten vor uns fieberten wir jeder Zielüberfahrt entgegen, denn die Zeiten zeigten deutlich, dass wir noch weiter nach vorne fahren würden.

Doch gegen 23.30 Uhr war es dann plötzlich so weit. Sven meldete uns über Funk, dass beim Herausbeschleunigen aus dem Bergwerk der Vortrieb zusammengebrochen ist. Die Streckenposten schleppten unseren Audi zusammen mit Sven zum Pflanzgarten und stellten es sofort ab. Unser Notfalltrupp machte sich sofort auf den Weg, um den Wagen wieder an die Box zu holen. Die anderen bereiteten schon einmal das Ersatzgetriebe und das notwendige Werkzeug vor. Da wir noch nicht genau wussten, was passiert war, bereiteten wir uns auf den wahrscheinlichen Fall eines Getriebewechsels vor.

Kaum, da der Wagen wieder in der Box war, wusste jeder was seine Aufgabe ist und wir begannen, die Ursache zu ermitteln und entdeckten dabei, dass im Motorblock ein Teil fehlte. MOTORSCHADEN! Dieter und Sonja zogen sich kurz zurück, um zu beraten, ob wir den Motor wechseln würden. Wenige Augenblicke später kam vom Chef die Meldung, dass wir zusammenpacken können. Man möchte fast meinen, dass man hörte wie unser Traum in diesem Moment zerplatzte. Aber es war die einzig richtige Entscheidung. Wenn man gesehen hat, in welche Richtung wir bis zum Ausfall unterwegs waren, möchte man nicht den Motor wechseln und danach um die hinteren Plätze mitfahren. Dabei sein ist alles, aber bei Götz gibt es mittlerweile noch mehr. Das war es dann also mit dem ach so zuverlässigen Saugmotor. Wer die Geschichte von Götz-Motorsport mitverfolgt hat, wird unsere Enttäuschung wohl sehr gut nachempfinden können.

Nichts desto trotz möchten wir uns bei unseren Fans bedanken, die auch den Weg in unsere Box gefunden haben und sich mit uns unterhalten haben. Es tut uns leid, dass wir euch nicht vollständig durch die 24h vom Nürburgring begleiten konnten. Danke, Jungs (und Mädels)!

Wir hoffen, dass wir uns beim nächsten Rennen der VLN wieder sehen, mit einer kleinen Überraschung, verborgen in unserem schwarzen Baby.

Bis dann,

Euer Team von Götz-Motorsport

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